Facebook-Icon
zur Startseite
Schrift vergrö�ern, Seite drucken Seite drucken Schrift vergrößern Schrift normal
Headline

Die Gruber Kirche

Die Gruber St. Jrgen Kirche von 1232

 Die Gruber Kirche
Die Besiedelung des Raumes machte zur Betreuung der Siedler eine Kirche und zu einem spteren Zeitpunkt auch eine „Kirchspielorganisation” notwendig. Nur so konnte man den in das Land geholten Kolonisten eine neue Heimat und auch noch nach dem Tode eine Heimaterde geben. Es ist davon auszugehen, dass die Gruber Kirche schon in der „Dnenzeit”, vermutlich unter Waldemar dem II, gebaut wurde. Die erste Nachricht, die auf die Existenz eines Gruber Gotteshauses hinweist, stammt aus einer Urkunde vom 8. September 1232. In dieser Urkunde besttigt Johann, Bischof von Lbeck, das Kloster Preetz (Original mit Siegel im Preetzer Klosterarchiv). Als Zeuge ist hier, neben anderen Geistlichen (Sacerdotes plebani) der Region, auch ein „Johannes de grobe” genannt.

Die Kirche, die von Anfang an unter landesherrlichem Patronat stand und blieb, wurde als eine „Kasten-Saal-Kirche” ohne abgesetzten Chor gebaut. Sie wurde nach dem Heiligen „St. Georg” (niederdeutsch = St.- Jrg, hochdeutsch = St. Jrgen) benannt. St. Georg war zur damaligen Zeit ein beliebter Heiliger der Burgkirchen und Schutzpatron der Bauern und Soldaten, der beherzt das Bse und damit symbolisch den Teufel bekmpfte. Auch fr die Kranken und Ausstzigen war er Schutzheiliger, wie man es heute noch an anderen Orten, in Neustadt und Burg a. F., feststellen kann.

Ein altes mit dem Bild des Drachentters St. Georg aufweisendes Kirchensiegel, vermutlich Ende 14.-/ Anfang 15. Jahrhundert gearbeitet, liegt heute im Gruber Museum. Nicht auszuschlieen ist auch, dass Burg und Kirche fast zeitgleich entstanden.


St. Jrgen Kirche zu Grube

 Die Gruber Kirche
Die Gruber Kirche Die Gruber Kirche Die Gruber Kirche Die Gruber Kirche
zur Vergröerung bitte Motive anklicken
In einer weiteren Urkunde vom 25. Januar 1262, bezeugt Johannes de Grobe zusammen mit „Johann de hilgenhaue” (Heiligenhafen) und „Thiederiko de Bosoue” (Bosau) den Verkauf des Dorfes „Ripegkesdorpe” (Riepsdorf) an den Bischof Johannes von Lbeck durch die Gebrder Johannes und Hanso von Qualle. In dieser Urkunde wird Johannes de grobe als „plebanus” (Leutepriester) bezeichnet, d. h. er war zu der damaligen Zeit Priester und bte in Abwesenheit des Pastors die Seelsorge aus.

Das Kirchspiel Grube sonderte sich schon sehr frh (vermutlich im ersten Drittel des 13. Jahrhundert) als erstes von der Mutterkirche in Oldenburg ab und behielt auch nach dem Tausch im Jahre 1460 zwischen Detlef v. Buchwald und dem Kloster Cismar das landesherrliche Patronatsrecht, wie die Herrenloge von 1657 in der Kirche noch zeigt.

Die St. Jrgen Kirche liegt auf einem runden, von einer Feldsteinmauer eingefassten, Kirchhof, der bis zur Einrichtung eines Begrbnisplatzes am 03. April 1809 in der heutigen Hauptstrae/Dahmer Weg, auch Friedhof war. Sie bildet den Mittelpunkt der um sie herum gebauten Kirch- aber auch Profanbauten. Sie entspricht in ihrer gotischen Bauform einer lngsrechteckigen Kastensaalkirche mit drei 0stfenstern, Sttzpfeilern, Sder- und vermauertem Nordportal, Kreuzblende im Ostgiebel und barockem Dachreiter. Angefgt sind ein sptgotischer Westturm mit Portal- und Walmdach und ein gotisches Vorhaus (Sdseite) mit blendengeziertem Giebel.

Teile der in Rotstein ausgefhrten Kasten-Saalkirche ohne abgesetzten Chor gehen bis in die 1. Hlfte des 13. Jahrhunderts zurck. Vermutlich um 1460 wurde die Kirche in groen Bereichen neu errichtet. Aus dieser Zeit stammen auch die Auenmauern mit den gotischen Fenstern und Torbgen sowie der Altar. Der vermutlich in Lbecker Werksttten gearbeitete Flgelaltar ist geffnet ein Schnitzaltar und zeigt bei geschlossenen Flgeln wertvolle Tafelmalereien.

Die heutige uneinheitliche Baugestalt der Kirche weist auf die vielen Vernderungen im Laufe der Jahrhunderte hin.
Durch einen starken Sturm im Jahre 1904 erlitt die Kirche starken Schaden, und, da die Schden nur unzureichend behoben werden konnten, ereignete sich am 25. Februar 1718 die Katastrophe. Bei einem starken Orkan, der ber Grube hinwegfegte, strzte der Glockenturm in das Kirchenschiff und die Hlfte des Kirchenbaues wurde zerstrt und die Glocken stark beschdigt. Eine umfangreiche Renovierung des Mauerwerks, des Kirchdaches, des Turmes und der Fenster konnte auch, wie auch schon 14 Jahre zuvor, aus Geldmangel - die Folgekosten des „2. Nordischen Krieges” (1700 - 1721) drckten noch immer das Staatssckel - erst zwischen den Jahren 1751 und 1779 durchgefhrt werden. Die Sdwand zeigt im Vergleich zur Nordwand noch den originaleren Zustand aus gotischer Zeit mit hohen Spitzbogenfenstern in annhernd ursprnglicher Gewndefassung. Frh datiert ist auch die scheitelgleiche Dreier-Fenstergruppe im Osten. Im Jahre 1852 wurde nicht nur das Nordportal zugemauert, sondern auch im Inneren die Ausstattung und der Altar stark verndert.

Im Jahre 1921 wurde das uere und Innere der Kirche im Detail vermessen und auf neun Blttern mastabsgerecht niedergelegt. Ob dieses eine Vorarbeit fr die im Jahre 1930, nach denkmalpflegerischen Grundstzen der damaligen Zeit, erfolgte groe Renovierung des Kircheninneren darstellte, bleibt abzuklren.

Im Januar / Februar 1951 beschloss der Gruber Kirchenvorstand, den um die Kirche liegenden Friedhof, dessen Grber zum grten Teil verjhrt waren, einzuebnen. Man beabsichtigte, dem altehrwrdigen Gotteshaus durch Schaffung von Grnanlagen einen wrdigen Rahmen zu geben. Die Grabsteine, die verjhrt waren, sollten bis zum 1. Mrz entfernt werden. Ab dem Jahre 1577 war dem jeweiligen Hauptpastor ein Zweitpastor (Compastor) zur Seite gegeben. Der Compastor war unter anderem fr die Kirchenarbeit in Cismar - hier war der Amtssitz der Amtmnner und spteren Landrte - zustndig und musste den beschwerlichen Weg nach Cismar jeweils mit Pferd und Wagen bewltigen.

Der erste Pastor wohnte jeweils im Hauptpastorat, der zweite Pastor in dem schrg gegenberliegenden Compastorat.

Die Pfrnde der Gruber Pfarrstelle waren zu allen Zeiten sehr gro. Schon im Jahre 1314 gehren Altratjensdorf, Dahme, Dorne, Gosdorf, Grube, Gruberhagen, Guttau, Kellenhusen, Klenau, Morest, Prisow, Priwitz, Rting, Siggeneben, Sssau und Thomsdorf beiderseits des Gruber Sees zu dem Gruber Kirchspiel.

Zur heutigen Kirchengemeinde Grube gehren die Ortschaften Altratjensdorf, Dahme, Fargemiel, Siggeneben, Sssau, Thomsdorf und die Gter Augustenhof, Kalkberg, Rosenfelde und Rosenhof. Mit der 1964 eingeweihten Geroldskapelle in Dahme, bekam die alte St. Jrgen-Kirche einen kleineren Bruder hinzu.


^ zum Seitenanfang